Vom Marktplatz bis zum Znüni-Buffet: BNE spielerisch erleben
24.08.2026

Hände von zwei Kindern tauschen Spielmünzen aus

  
Die neuen BNE-SpielWelt «Vom Marktplatz bis zum Znüni-Buffet» inklusive didaktischem Leitfaden ist da. Sie zeigt, wie Kinder im Zyklus 1 Ernährung spielerisch erkunden und dabei Zusammenhänge erkennen, Perspektiven wechseln und eigene Lösungen entwickeln.

Montagmorgen im Kindergarten: Im Kreis liegen Bilder von Äpfeln, Karotten, Eiern und Würsten. Sofort beginnen die Kinder zu rätseln. Geht es ums Kochen? Um verschiedene Essgewohnheiten? Noch wissen sie nicht, dass sich ihr Kindergarten in den nächsten Wochen in einen Markt verwandeln wird – mit Ständen, Restaurant, Bauernhof, Plantage und Transportwegen.

Was kommt auf unser Znüni-Buffet?

Ausgangspunkt ist eine einfache Frage: Was kommt auf unser Znüni-Buffet, damit es uns und der Umwelt schmeckt? Sie bildet den roten Faden der BNE-SpielWelt «Vom Marktplatz bis zum Znüni-Buffet». Der didaktische Leitfaden zeigt Lehrpersonen im Zyklus 1 Schritt für Schritt, wie sie gemeinsam mit ihrer Klasse eine solche «BNE-SpielWelt» zum Thema Ernährung aufbauen und weiterentwickeln können. Denn im Spiel geschieht weit mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist. «Im Spiel lernen die Kinder langfristig, weil sie selbst handeln, Erfahrungen machen, Erlebtes verarbeiten und dabei ihre Fähigkeiten in realen, bedeutungsvollen Spielsituationen weiterentwickeln», sagt Sabina Bürki. Sie ist Kindergartenlehrperson und hat mit «SpiuBank» ein reichhaltiges Angebot für Lehrpersonen zur Freispielpädagogik entwickelt. Die «BNE-SpielWelt» löst die Trennung zwischen lehrpersonenzentriertem Angebot und freiem Spiel auf, die Kompetenzen werden direkt im Spiel gefördert.

Spielwelt wächst dank Inputs der Kinder

Der didaktische Leitfaden verbindet nun freies und gemeinsam gestaltetes Spiel gezielt mit Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Wie das aussehen kann, zeigt der entstehende Markt. Die Kinder entscheiden selbst, welche Stände es braucht, stimmen ab und stellen das Material her. Kirschsteine werden zu Erbsen, Kappla-Hölzer zu Brötchen, Biellapunkte zu Erdbeeren. Die Lehrperson gibt Impulse, beobachtet und greift Fragen auf, die aus dem Spiel entstehen. So wächst die Spielwelt mit den Ideen der Kinder. Drei Wochen später ist der Marktplatz kaum wiederzuerkennen. «Auf Wunsch der Kinder ist ein Restaurant entstanden, das lokale und saisonale Gerichte serviert», erzählt Sabina Bürki. Weil die Kinder erkennen, dass Lebensmittel nicht nur verkauft, sondern auch produziert werden, kommen ein Bauernhof und eine Obstplantage hinzu. Früchte werden per Flugzeug zum Markt gebracht. Ein Kind rennt dafür eine Runde durch den Garten und stellt ausser Atem fest: «Das ist anstrengend! Der Weg von Brasilien bis hierher ist weit.»

Kein «richtiges» Verhalten

Solche Erlebnisse machen abstrakte Zusammenhänge greifbar. Die Kinder begegnen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren des Ernährungssystems und beschäftigen sich spielerisch mit Ernährungsweisen, Saisonalität, Herkunft, Produktion, Food Waste, Gesundheit und Tierwohl. Dabei geht es nicht darum, ihnen «richtiges» Verhalten vorzugeben. Sie sollen unterschiedliche Perspektiven kennenlernen, eigene Ideen entwickeln, Zusammenhänge erkennen und Entscheidungen gemeinsam aushandeln.

BNE mit allen Sinnen erlebt

Der Leitfaden unterstützt Lehrpersonen bei dieser anspruchsvollen Begleitung. Er enthält fachliche Grundlagen, konkrete Einstiege, Begleitimpulse, Reflexionsfragen, Vorschläge zur Weiterentwicklung der Spielwelt und Möglichkeiten, Lernfortschritte sichtbar zu machen. Die sieben Unterthemen können passend zur Klasse ausgewählt und in individueller Reihenfolge vertieft werden. Auch für kontroverse Alltagssituationen – etwa unterschiedliche Essgewohnheiten oder Erdbeeren im Winter – bietet der Leitfaden konkrete Hilfestellungen.

Am Ende führen die Erfahrungen wieder zur gemeinsamen Leitfrage zurück. Die Klasse plant ein Znüni-Buffet, diskutiert ihre Ideen und setzt sie um: mit selbstgebackenen Brötchen, saisonalen Fruchtspiessen oder Pommes frites aus Kartoffeln aus dem Schulgarten. So wird BNE im Zyklus 1 nicht nur besprochen, sondern mit allen Sinnen erlebt.

Links

Didaktischer Leitfaden « Vom Marktplatz bis zum Znüni-Buffet » 
Der Leitfaden «Vom Marktplatz bis zum Znüni-Buffet» bietet Lehrpersonen eine praxisnahe Grundlage, um spielbasiertes Lernen und BNE zu verbinden – offen genug für die Ideen der Kinder und konkret genug für die direkte Umsetzung im Unterricht.

Themendossier «Ernährung: Die Welt auf unserem Teller»

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SpiuBank

SpiuBank bietet flexibles Spielmaterial, mit dem Kinder eigene Rollenspiele kreativ, selbstgesteuert und gemeinsam gestalten können. Ergänzend vermitteln Weiterbildungen praxisnahe Grundlagen zum spielbasierten Lernen sowie Anregungen zu Spielprojekten, Raumgestaltung, Organisation und pädagogischer Haltung.