3 Fragen, 3 Antworten mit Klára Sokol
26.01.2026

Klara Sokol

«Ich wünsche mir, dass BNE noch stärker als gemeinsamer Auftrag verstanden wird.»

Acht Jahr lang hat Klára Sokol die Stiftung éducation21 als Direktorin geprägt. Letzten Oktober wurde sie zur Generalsekretärin der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) gewählt. Im Gespräch zum Jahres- und Perspektivenwechsel nimmt sie Abschied und blickt in die Zukunft.

Klára Sokol, Sie beenden Ihre Tätigkeit als Direktorin von éducation21. Auf welche wichtigsten Meilensteine blicken Sie zurück?

BNE ist heute in allen Lehrplänen der obligatorischen Schule und nun auch in der Sekundarstufe II integriert. In diesen Prozessen leisteten wir wichtige konzeptionelle Unterstützung. In der Folge entwickelten wir konkrete, praxisorientierte Angebote, die Lehrpersonen die Umsetzung von BNE ermöglichen. Diese Arbeit – ausgewogene, wissenschaftlich fundierte Inhalte für den schulischen Alltag aufzubereiten – setzen wir konsequent fort. So wird es möglich, im Schulalltag kontroverse Themen in einem geschützten Rahmen zu diskutieren und den konstruktiven Umgang damit einzuüben.

Weiter haben wir die Zusammenarbeit mit den Pädagogischen Hochschulen ausgebaut, indem wir jährlich in Kooperationen drei BNE-Praxisinstrumente entwickeln oder gemeinsam Veranstaltungen organisieren.

Die konzeptionelle Tätigkeit bleibt das Rückgrat unserer Expertenorganisation. Sie ermöglicht es, über Sprachgrenzen hinweg zur Kohärenz der Konzepte beizutragen und einen bedeutenden Beitrag zur Qualitätssicherung im Bildungssystem zu leisten. Besonders hervorzuheben ist die Weiterentwicklung der Qualifikationstätigkeit der Angebote ausserschulischer Akteure sowie der Lernmedien.

Auch als Institution haben wir uns weiterentwickelt: Wir investierten in die Digitalisierung, passten unsere Prozesse an und bauten die Kommunikation aus, damit unsere Angebote für Schulen und Lehrpersonen sichtbar werden.

Die Stiftung ist gut aufgestellt und bereit für die Zukunft. Ich bin überzeugt, dass meine Nachfolge ihre neue Aufgabe mit grosser Freude antreten wird.

Welche Erfahrungen prägten Sie als Direktorin von éducation21?

Vor allem eine Erkenntnis hat meine Arbeit geprägt: Es kommt auf die Menschen an. Auch in dieser Funktion durfte ich erfahren, wie entscheidend persönliche Beziehungen, Vertrauen und Dialog in einem komplexen System sind. Entsprechend baute ich in meiner Rolle als Direktorin ein starkes Netzwerk im gesamten Bildungsraum Schweiz auf. Dieses steht der Stiftung auch nach meinem Weggang zur Verfügung.

éducation21 wurde von Bund und Kantonen als Kompetenzzentrum für «Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)» gegründet. Den Stiftungsrat präsidierten seither kantonale Erziehungsdirektorinnen oder -direktoren – angefangen 2012 mit der heutigen Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider. Der Bund misst dem Bildungswesen bei der Umsetzung der Agenda 2030 eine zentrale Bedeutung zu und unterstützt die Arbeit von éducation21 entsprechend auch finanziell. Diese enge und vielfältige Zusammenarbeit war für mich entsprechend zentral.

Sie werden im März 2026 die Leitung das Generalsekretariats der EDK übernehmen. Was bedeutet das für Sie?

Die EDK ist das älteste Gremium für die interkantonale Zusammenarbeit in der Schweiz. Seit ihrer Gründung 1897 setzt sie sich mit grossem Engagement für Qualität, Chancengerechtigkeit und Mobilität im Schweizer Bildungswesen ein. Für mich ist es eine Freude und eine Ehre, meine Erfahrungen als Pädagogin, als Mitglied zahlreicher Arbeitsgruppen und als Führungsperson künftig in den Dienst der EDK zu stellen. Mein Ziel ist es, die Erziehungsdirektorinnen und -direktoren bei ihren Entscheiden bestmöglich zu unterstützen. Dabei kann ich auf ein engagiertes und hoch motiviertes Team zählen.

Gleichzeitig muss ich von éducation21 und dem Team Abschied nehmen. Die Bildung für Nachhaltige Entwicklung bleibt mir ein zentrales Anliegen, und ich werde der Stiftung auch in meiner neuen Funktion eng verbunden bleiben. Ich wünsche mir, dass BNE noch stärker als gemeinsamer Auftrag verstanden wird – über Stufen, Fächer und Zuständigkeiten hinweg. Wirkung entfaltet BNE dann, wenn gute Rahmenbedingungen, klare Bildungsziele und die Nähe zur Praxis zusammenkommen. In diesem Sinne werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, BNE langfristig und verbindlich in der Schweizer Bildungslandschaft zu verankern.

Dem Team von éducation21 wünsche ich für den weiteren Weg viel Erfolg und danke für alle die guten Jahre.

 

Über Klára Sokol

Klára Sokol ist seit 2018 Direktorin von éducation21. Sie wurde zur Generalsekretärin der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK) gewählt und tritt ihr neues Amt im März 2026 an.

Das Team von éducation21 dankt Klára herzlich für acht Jahre Weitblick, Beharrlichkeit und Leidenschaft. Sie hinterlässt eine starke Organisation und ein engagiertes Netzwerk für BNE. Wir freuen uns darauf, wenn Sie auch als Generalsekretärin der EDK weiter dazu beträgt, BNE noch stärker zu einem gemeinsamen Projekt zu machen. 

 

Klara Sokol und Armin Hartmann

 

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