Welche Macht hat Desinfomation?
26.01.2026

Welche Macht hat Desinformation?

 
Täuschend echte Videos, gefälschte Stimmen und manipulierte Bilder stellen unsere Vorstellung von Wahrheit infrage. Der Arte-Film «Welche Macht hat Desinformation?» zeigt, wie Desinformation Vertrauen zerstört und demokratische Gesellschaften unter Druck setzt. Und wie wir diesem Phänomen begegnen, indem wir kritisches Denken fördern.

Deepfakes, manipulierte Bilder, Videos und synthetische Stimmen wirken heute so überzeugend, dass selbst vermeintlich eindeutige Beweise infrage gestellt werden müssen. «Welche Macht hat Desinformation?» zeigt, wie neue Technologien, allen voran künstliche Intelligenz, die Grenze zwischen Realität und Fälschung zunehmend auflösen. Desinformation besteht nicht mehr nur aus falschen Texten, sondern wirkt vor allem visuell und damit noch stärker emotional. Bots und Algorithmen verstärken zusätzlich die Reichweite solcher Inhalte. Wir wissen nicht mehr, ob wir Bilder, Videos oder Nachrichten trauen können. Diese Unsicherheit bildet wiederum den Nährboden für weitere Desinformation. Sie führt zu Rückzug, Polarisierung und zur Bildung von Filterblasen, in denen nur noch die Inhalte wahrgenommen werden, die die eigene Meinung bestätigen.

Was gegen Desinformation hilft

Der Film benennt jedoch nicht nur das Problem, sondern widmet sich auch der Frage, wie wir Desinformation begegnet können. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Konzept des Prebunking: Menschen sollen frühzeitig für typische Manipulationsmuster sensibilisiert werden, bevor sie mit konkreten Falschmeldungen konfrontiert werden. Der Film zeigt, dass dieses Vorgehen nachweislich dazu beitragen kann, die Widerstandskraft gegenüber irreführenden Inhalten zu erhöhen.

Kritisches Hinterfragen

Das Begleitmaterial zum Film für den Zyklus 3 und die Sekundarstufe II widmet einen grossen Teil der Medienkompetenz und dem kritischen Denken. Neben der Auseinandersetzung mit den Zielen der Desinformation sollen Schülerinnen und Schüler lernen, welche Indikatoren einem seriösen Text zugeschrieben werden können und welche einer Desinformation. Keine Übereinstimmung von Bild und Text, fehlende Quellenangaben oder einseitige Darstellungen werden als Warnsignale benannt. Bekanntheit des Mediums, Angaben des Autors oder der Autorin oder das Vorhandensein eines Impressums als Faktoren für die Glaubwürdigkeit. Das Begleitmaterial wirft zudem Diskussionsfragen auf: Warum sind Menschen anfällig für Desinformation? Welche gesellschaftlichen, politischen oder individuellen Folgen hat Desinformation? Welche Verantwortung tragen Plattformen wie Instagram oder TikTok in der Verbreitung von Desinformation? Die Fragen werden in Gruppen oder im Plenum diskutiert und zum Abschluss der Unterrichtseinheit halten die Schülerinnen und Schüler auf einem Plakat fest, wie sie zukünftig mit Informationen umgehen wollen.

Im BNE-Kontext

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) stärkt Kompetenzen wie Umgang mit Unsicherheit, Perspektivenwechsel und Verantwortungsübernahme, damit Schülerinnen und Schüler aktiv zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen können. Desinformation stellt dafür eine besondere Gefahr dar: Sie untergräbt das Vertrauen in Institutionen, Wissenschaft und Politik. Damit junge Menschen im Sinne von BNE handlungsfähig sind, benötigen sie daher Fähigkeiten, um manipulative Kommunikationsstrategien zu erkennen, sachlich und demokratisch zu diskutieren und fundierte, faktenbasierte Entscheidungen zu treffen.

Dokumentarfilm, 2025, ab 12 Jahren, 30 Minuten, Zyklus 3 und Sek II

Über die Filmreihe

Der Film «Welche Macht hat Desinformation?» ist Teil der Arte-Reihe «42 – "Die Antwort auf fast alles». Jede halbstündige Episode widmet sich einer grossen, oft abstrakten Frage unserer Zeit und versucht, diese in 30 Minuten verständlich, pointiert und visuell ansprechend zu beantworten.